Neues Projekt: Gakkou Gurashi-Scanlation

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Wie ich bereits in meinem ersten Blog-Post zu meiner Yagate Kimi ni Naru-Scanlation geschrieben habe, war jene ganz genau genommen nicht wirklich meine erste Scanlation. Bereits vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich die ersten vorsichtigen Schritte auf diesem Gebiet unternommen und den zur damaligen Zeit gerade hier in Deutschland extrem unbekannten Manga Gakkou Gurashi (auch bekannt unter dem englischen Titel School-Live!) ins Deutsche übersetzt. Erst mit der im Sommer 2015 ausgestrahlten – und im Vergleich zum Manga leider weitaus, weitaus schlechteren – Anime-Serie hat das Franchise auch hierzulande an Bekanntheit gewonnen.

Wie ihr anhand meiner Formulierung vermutlich schon mitbekommen haben solltet, bin ich kein Freund der Anime-Übersetzung und vollen Ernstes der Ansicht, dass das in meinen Augen wirklich großartige Quellmaterial ziemlich verschandelt wurde. Und genau an dieser Stelle setze ich jetzt an.

Durch diese Scanlation werde ich nun den meiner Meinung nach weitaus besseren Manga einem deutschsprachigen Publikum zur Verfügung stellen. Mehr dazu im weitere Verlauf dieses Blog-Posts.

Wie anfangs bereits erwähnt, ist dieses Projekt nicht wirklich „neu“. Ich bin seit mehr als zweieinhalb Jahren mit dem Franchise vertraut und habe im Laufe der letzten zwei Jahre bereits mehrere Kapitel (genauer gesagt Sieben) ins Deutsche übersetzt und das Ergebnis davon im Internet veröffentlicht. Naja, so halb zumindest. Wenn man „die Kapitel in zwei verschiedenen Foren posten“ als veröffentlichen bezeichnen kann.

Mittlerweile bin ich jedoch wirklich froh darüber, dass ich das Ding damals nicht auf einer großen Plattform (wie bspw. proxer) released habe, da ich einfach nicht mal mehr im Ansatz damit zufrieden bin. Diese erste Übersetzung stellte meine ersten Gehversuche auf diesem Gebiet dar und war demnach bei Weitem noch nicht so ausgereift wie meine anderen Projekte. Das Lehrgeld, welches ich bei der suboptimalen Übersetzung von Gakkou Gurashi gezahlt habe, (und die daraus resultierende Erfahrung) ist nämlich nahtlos in meine erste „richtige“ Scanlation – Yagate Kimi ni Naru (YagaKimi) – geflossen. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits einiges an Erfahrung gesammelt hatte, konnte ich viele Fehler, die ich bei Gakkou Gurashi noch begangen habe, nun bei dem neuen Projekt vermeiden. Dadurch konnte ich auch genug Vertrauen in meine Arbeit stecken, um sie „offiziell“ auf proxer zu releasen und quasi als „richtiger“ Scanlator zu agieren.

Die alten Kapitel von Gakkou Gurashi erfüllten jedoch meinen neu gewonnen Qualitätsstandard bei Weitem nicht mehr, weswegen ich die eigentlich fertig übersetzten Kapitel auch nicht einfach so auf proxer hochladen wollte. Immerhin stehe ich quasi mit meinem Namen dafür und muss demnach zu 100% hinter meiner Arbeit stehen können. Dies war hierbei nicht mehr der Fall. So war das Typeset durch meine langjährige Erfahrung als Hobby-Grafiker zwar immer noch in Ordnung, jedoch hatte der Rest teilweise arge Probleme:

  1. Das Quellmaterial:
    • Im Sommer 2014 hatte ich  – anders als später bei YagaKimi – noch keine hochwertigen japanischen RAWs zur Verfügung
    • Demnach nutzte ich als Quelle für das Bildmaterial die Releases der englischen Scanlation-Gruppen
    • Diese waren jedoch allgemein von einer eher geringen Qualität, gespickt mit unsauberen Cleaning, versautem Typeset und voller reingeklatschter Soundeffekte
  2. Die Übersetzung:
    • Mittlerweile folge ich bei YagaKimi der Philosophie, dass die Übersetzung im Deutschen so natürlich wie möglich klingen und fließen sollte, was an manchen Stellen bedeutet, dass ich mir kreative Freiheiten herausnehme und Dinge teilweise umschreibe
    • Dieser Philosophie bin ich damals noch nicht gefolgt, weswegen die Übersetzung an sich ziemlich steif klang, unnatürlich wirkte und an manchen Stellen sogar schlichtweg falsch war, da mir die ein oder andere Nuance nicht auffiel
    • Des Weiten hatte ich es damals versäumt, die Charaktere mit einer eigenen Mundart auszustatten und auf anderen Besonderheiten zu achten
  3. Die Lesbarkeit / die visuelle Erscheinung:
    • Damals nutzte ich noch eine Vanilla-Version von Paint.NET, weshalb ich über keinerlei Möglichkeit verfügte, den Zeilenabstand von Text zu manipulieren. Aus diesem Grunde musste ich jede einzelne Textzeile manuell auf den richtigen Abstand schieben, was an vielen Stellen immer noch sehr unsauber wirkte und nicht wirklich für Lesekomfort sorgte
    • Des Weiten nutzte ich damals eine allgemein zu große und in der Vertikalen zu gestreckte Schriftart, weswegen ich häufig mit Platzproblemen zu kämpfen hatte und häufig die Schriftgröße ändern musste, was sich einfach nicht angenehm ließ
    • Da ich als Quellmaterial die englischen Releases nutzte, war ich quasi dazu gezwungen auch die ganzen Soundeffekte mit zu übersetzen. Leider klingen viele von denen im Deutschen absolut bescheuert, was bei vielen Szenen sogar die Atmosphäre zerstört hatte

Demnach war nach heutigen Maßstäben bemessen die alte Übersetzung von Gakkou Gurashi wirklich in einem desolaten Zustand. So konnte ich das Ding auf keinen Fall veröffentlichen. Glücklicherweise bin ich bei der Suche nach RAWs für YagaKimi auch über (im Vergleich zu den alten englischen Releases) relativ hochwertige, saubere und vor allem cleane japanische RAWs gestolpert, die sich ideal als Quelle eignen würden.

Durch die mit YagaKimi gesammelte Erfahrung war ich mir nun sicher, auch bei Gakkou Gurashi mittlerweile eine weitaus bessere Arbeit abliefern zu können. Und auch wenn mir die Anime-Umsetzung missfallen hat, bin ich selbst jetzt noch ein sehr großer Freund des Franchises an sich. Aus diesem Grunde bot sich ein Reboot meiner alten Scanlation einfach nur an. Ich kann damit quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits bin ich nun in der Lage, meine alte Übersetzung endlich mal wieder auf Vordermann zu bringen und sie so richtig aufzupäppeln, andererseits kann ich das Ding nun auch durch meinen Scanlator-Status auch „richtig“ auf proxer releasen und es einem wesentlich größeren Publikum zugänglich machen.

Demnach könnt ihr euch hier in den nächsten Wochen immer mal wieder auf neue Kapitel von Gakkou Gurashi freuen. Glaubt mir, die Lektüre lohnt sich. Es gibt selten Werke, bei denen die Redewendung „man soll ein Buch nicht nach seinem Einwand beurteilen„, so gut passt wie hierbei. Aber lasst euch überraschen. 😉

 

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